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Die Ausbildung im Laufe der Jahrzehnte

Die Geschichte der Osteopathie-Ausbildung verlief in der Schweiz anders als in andern Ländern. In den Vereinigten Staaten – dem Geburtsland der Osteopathie – hat sich diese Ausbildung bereits gegen Ende des 19. Jahrhundert parallel zum Medizinstudium entwickelt. Im 20. Jahrhundert wurde die Osteopathie in die Medizinausbildung integriert, und zwar in der Form eines gemeinsamen dreijährigen Grundstudiums mit nachfolgender Spezialisierung. Auch heute noch sind die Doctors in Osteopathy (D.O.) in den USA als vollwertige Ärztinnen und Ärzte anerkannt.
 
In Grossbritannien ebenso wie im restlichen Europa begann die Osteopathie-Ausbildung zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Schulungen für paramedizinische und medizinische Fachleute. Da diese Ausbildung sowohl komplementär als auch teilzeitlich war, galt die Osteopathie als Spezialisierung eines anderen Gesundheitsberufes. Die Gesundheitsberufe versuchten, die Osteopathie in sich zu integrieren, obwohl sich ihre Philosophie und ihr Zugang zu den Patientinnen und Patienten von jenen beispielsweise der Physiotherapie, der Ergotherapie oder auch der Pflege unterscheiden.
 
Aus diesem Grund entstanden in den 1980er Jahren in Europa die ersten vollzeitlichen Ausbildungsstätten, die das Ziel verfolgten, die Osteopathie zu einem eigenständigen Gesundheitsberuf zu machen. Dank diesem Effort konnte die Qualität der Ausbildung auf ein medizinisches Niveau gehoben werden. Die Absolventinnen und Absolventen der Osteopathie-Ausbildung wurden unter anderem befähigt, bei Funktionsstörungen eine Differentialdiagnos zu erstellen, wodurch sie für ihre Patientinnen und Patienten zum Hausarzt geworden sind. Seit damals hat die Vollzeitausbildung, die einem Bedürfnis der Studierenden entspricht, in Europa immer mehr um sich gegriffen. Diese Ausbildung erfüllt die Qualitätsanforderungen an einen Beruf der medizinischen Grundversorgung und gewährleistet die Sicherheit der Patientinnen und Patienten.
 
Seit 2014 werden Osteopathinnen und Osteopathen in Freiburg ausgebildet
 
Nachdem 2010 die bis dahin einzige Ausbildungsstätte für Osteopathie unseres Landes geschlossen wurde, welche die Kriterien für die Zulassung zur interkantonalen Prüfung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und  direktoren (GDK) erfüllt hatte, blieb den Interessierten keine andere Wahl, als sich im Ausland ausbilden zu lassen.
 
Vor diesem Hintergrund reichte die Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) unter der Ägide der damaligen Freiburger Staatsrätin Isabelle Chassot und des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) beim Eidgenössischen Bundesamt für Wirtschaft, Bildung und Forschung ein Dossier zur Eröffnung eines Studiengangs in Osteopathie ein. Dieser Antrag wurde am 30. Januar 2014 offiziell gutgeheissen, so dass der erste Studiengang am 15. September des gleichen Jahres gestartet werden konnte. Er wird aufgrund der zentralen geografischen Lage und der Möglichkeit, die Ausbildung zweisprachig anzubieten, von der Hochschule für Gesundheit Freiburg durchgeführt.
 
Diese in der Schweiz einmalige umfassende Ausbildung wurde von den angehenden Osteopathinnen und Osteopathen mit Ungeduld erwartet. Sie entspricht zudem der erwünschten Entwicklung des Schweizer Gesundheitssystems und stärkt den Bereich Gesundheit der HES-SO. Der Studiengang in Osteopathie ist heute Bestandteil ihres Ausbildungsangebots in den Gesundheitsberufen.
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