Der Beruf

Die Osteopathie ist ein Beruf aus dem Gesundheitsbereich, dessen Behandlungsmethoden auf manuellen Techniken beruhen und zugleich präventiv und heilend wirken.

Die Osteopathie verbindet eine Philosophie mit der Kunst und Wissenschaft des Heilens. Sie beschäftigt sich mit den Strukturen des Körpers und der davon abhängigen Mobilität. Ihr Schwerpunkt liegt auf der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen dieser Beziehung und der Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu heilen.

Die Osteopathie umfasst alle Diagnoseverfahren und therapeutischen Manipulationen, die einer Verbesserung der physiologischen Funktionen und einer Wiederherstellung der Homöostase in den Elementen des Körpers dienen, die von somatischen Beschwerden betroffen sein können. Dazu gehören Gelenkstrukturen und Myofaszien ebenso wie damit verbundene Gefäss-, Lymph- und Nervenstrukturen.

Die Osteopathie wendet einen manuellen Ansatz zur Behandlung von Funktionsstörungen oder somatischen Beschwerden an, wobei das Studium der Symptome und des Krankheitsbildes ebenso wie die eigene Einschätzung der Klinikerin bzw. des Klinikers auf ganzheitliche Weise miteinander verbunden werden.

Das Ziel der osteopathischen Behandlung wird nicht nur über Manipulationen oder die Ausrichtung des muskuloskelettalen Systems erreicht, die auf einer genauen Kenntnis der Anatomie und Biomechanik beruhen und präzise, klare Handgriffe erfordern. Ebenso wichtig ist die Beziehungsdimension, das heisst die Fähigkeit, den Patientinnen und Patienten zuzuhören und ihre Lebensgewohnheiten und ihren Allgemeinzustand mit einzubeziehen.

 

Berufsverband

​​SVO Schweizerischer Verband der Osteopathen

Gesundheits
berufegesetz und Osteopathie

​Das neue Gesundheitsberufegesetz bringt einige Veränderungen mit sich, von denen auch die Osteopathie betroffen ist.

News Flash für Osteopathinnen und Osteopathen

Berufliche Perspektiven

Seit die Osteopathie Mitte der 1970er Jahre in der Schweiz bekannt wurde, ist die Nachfrage nach osteopathischen Leistungen in der Gesamtbevölkerung ständig gestiegen. Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2007 ist die Osteopathie mit rund 1’500’000 Konsultationen pro Jahr (die nicht unbedingt alle von der Krankenkasse übernommen werden) eine der gefragtesten komplementärmedizinischen Methoden in unserem Land.

Osteopathinnen und Osteopathen mit einem landesweit anerkannten Diplom (GDK) arbeiten insbesondere im klinischen Bereich, d.h.:

  • in einer eigenen Praxis,
  • in einer Gemeinschaftspraxis (teilweise mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen),
  • in Gesundheitszentren oder Ärztenetzen,
  • in Gesundheitsinstitutionen (Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Pflegeheimen),
  • in ambulanten Diensten (Pflege zu Hause, Polykliniken),
  • als Beraterinnen bzw. Berater für Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen usw.,
  • in Gesundheitsteams von Verbänden (insbesondere Sportverbänden).

Zu den weiteren Tätigkeitsbereichen für Osteopathinnen und Osteopathen gehören Gesundheitsförderung und Prävention, Erwachsenenbildung, Arbeit bei Fachverbänden oder nationalen Gesundheitsorganisationen oder auch die Lehre und Forschung, insbesondere an Fachhochschulen.


Einige Zahlen...

In der Schweiz gibt es rund 1’200 Osteopathinnen und Osteopathen: Rund 60% von ihnen arbeiten in der Westschweiz, 35% in der Deutschschweiz und 5% im Tessin.