CAS Tiergestützte Interventionen

Tiergestützte Interventionen sind zielgerichtete Massnahmen zur Förderung, Entwicklung und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Solche Therapien werden zur Verbesserung sozialer, somatischer, kognitiver und emotionaler Befindlichkeiten und Fähigkeiten eingesetzt. Tiergestützte pädagogische Ansätze unterstützen zusätzlich psychosoziale Fertigkeiten, Bindungs- und Wahrnehmungskompetenzen. Die Aktivitäten werden für motivationale, erzieherische/bildende oder entspannungs- und erholungsfördernde Zielsetzungen eingesetzt.

Das CAS ist eine Anpassung und Erweiterung des bisherigen Weiterbildungsprogramms «Tiergestützte Therapie, Tiergestützte Pädagogik und Tiergestützte Fördermassnahmen», welcher bis 2018 vom Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie Horgen und der Gemeinschaftspraxis Altamira St. Gallen in Zusammenarbeit mit der GTTA (GTTA - Gesellschaft für tiergestützte Therapie und Aktivitäten) angeboten wird. Der CAS-Studiengang ist von der International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT) akkreditiert.

Die Arbeitsgebiete der Absolvent/innen nach dem Nachdiplomstudium sind: Einbezug von Tieren in ihre pädagogischen- oder therapeutischen Behandlungen und Begleitungen (z.B. an Kliniken, in Heimen, in Schulen, in psychologischer- oder medizinischer Praxis, privaten Betrieben für Tiergestützte Therapien und Aktivitäten).

Die Kursleiter/innen und die Modulverantwortlichen kommen von der GTTA und dem Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie, sowie der Hochschule für Gesundheit Freiburg.

 

Beginn des nächsten CAS: 4. September 2021

Anmeldeschluss: 6. Juli 2021

 

Dokumentation Ausbildungsrichtlinien
Informationsbroschüre

KontaktRegula Bucher
Pädagogische Leitung 
regula.bucher@hefr.ch
+41 26 429 60 29

Luz Sozzi
Vorstandsmitglied GTTA
luz.sozzi@bluewin.ch
www.begegnung-mit-tieren.ch

Hauptdozenten

Dr. phil. Elisabeth Frick Tanner
Dr. med. Robert Tanner-Frick
frick.tanner@bluewin.ch

Dr. sc. Dennis C. Turner
dennis@turner-iet.ch

 

  • Kompetenzen entwickeln und Wissen vermitteln, um Tiergestützte Interventionen anzubieten.
  • Bedürfnisse, Zielsetzungen und Ausschlusskriterien beim Empfänger der Interventionen erfassen.
  • Einsätze planen, durchführen, evaluieren und dokumentieren.
  • Geeignete Haus- und/oder Nutztiere für Tiergestützte Interventionen artgerecht halten, betreuen und für den Einsatz an Menschen auswählen und ausbilden.

Fachpersonen mit Berufserfahrung in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Pädagogik, Medizin oder Psychologie, die über gute Kenntnisse in der Haltung von und Arbeit mit Haus- und Nutztieren verfügen. Sie möchten Wissen und Fähigkeiten erwerben, um in ihrem Arbeitsfeld Haustiere oder Nutztiere in ihre therapeutische und/oder pädagogische Arbeit einzubeziehen.

Dr. phil. Elisabeth Frick Tanner, 1955, aufgewachsen in St. Gallen, Primarlehrerin, Studium der Psychologie, Pädagogik und Sonderpädagogik an der Universität Zürich, Promotion 1985. Psychotherapeutische Weiterbildung in Jungscher Psychologie während der klinischen Tätigkeit am Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst St. Gallen. Zusatzausbildung in Traumapsychotherapie, EMDR, Erwachsenenbildung, Energetischer Psychologie, Supervision und Alterspsychotherapie. Leitende Funktion in der evangelisch-reformierten kirchlichen Erwachsenenbildung des Kantons St. Gallen von 2000 bis 2011 (Kirchenrätin).

Dr. med. Robert Tanner-Frick, 1948, aufgewachsen in Lufingen, Zürich, Studium der Medizin an den Universitäten von Zürich und Basel, Staatsexamen 1973. Facharztausbildung in Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie an den Universitätskliniken von Zürich, Bern und Tübingen. Oberarzttätigkeit beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst St. Gallen. Psychotherapeutische Ausbildung in Jungscher Psychologie. Fachliche Weiterbildungen in Traumapsychotherapie, Supervision und psychotherapeutischen Techniken. Präsident der Gesellschaft für Tiergestützte Therapie und Aktivitäten GTTA, ISAAT-Gründungsmitglied.

Seit 28 Jahren arbeiten wir freiberuflich in unserer psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis Altamira in St. Gallen. Unsere Haustiere begleiten und bereichern den Praxisalltag. Aufbau und Entwicklung des berufsbegleitenden ISAAT-zertifizierten Ausbildungsgangs für tiergestützte Interventionen am Institut für Ethologie und Tierpsychologie (IET Horgen / Zürich) in Zusammenarbeit mit PD Dr. Dennis Turner. Co-Leitung dieses Weiterbildungsangebots in Zürich seit 1999, Gastdozenten am Institut für soziales Lernen mit Tieren (Ingrid Stephan, Hannover). Verschiedene Veröffentlichungen und Vortragstätigkeiten zum Thema «Tiergestützte bindungsorientierte Psychotherapie».

 

Dr. sc. Dennis C. Turner, Privatdozent (PD) der Universität Zürich, Direktor des Instituts für angewandte Ethologie und Tierpsychologie, I.E.T. in Horgen (ZH). Ein international bekannter Experte über Mensch-Tier Beziehungen und emer. Invited Professor für Tiergestützte Therapie in Japan war Turner 15 Jahre lang Präsident der IAHAIO, Gründungssekretär der ISAAT, Mitgründer und Fellow der ISAZ und Trustee der Welttierschutzorganisation. Mehrere Bücher in verschiedenen Sprachen und über 100 wissenschaftliche Publikationen hat er geschrieben oder herausgegeben.

  • Der Studiengang beinhaltet 28 Kurstage, Hospitationen und Praktika, Selbststudium, schriftliche Arbeiten und Prüfungen.
  • Das CAS HES-SO Tiergestützte Interventionen entspricht 18 ECTS. (1 ECTS entspricht 25-30 Lernstunden)
  • Der Studiengang dauert 2 Jahre.
  • Der erfolgreiche Abschluss der Zertifikatsarbeit führt zum Certificate of Advanced Studies HES-SO Tiergestützte Interventionen.
  • Modul 1: Tierspezifisches Handeln und Wissen

Die Absolvent(inn)en kennen die Tiere mit ihren Bedürfnissen und Grenzen sowohl als Lebewesen als auch als «Mitarbeitende», damit sie die Sicherheit der beteiligten Menschen und Tiere gewährleisten.

 

Inhalte:

  • Evolutionsgeschichte, Anatomie, Physiologie und Ethologie verschiedener Tierarten
  • Evolution und Geschichte des Menschen im Zusammenhang mit den Tieren
  • Verhältnis zwischen Physiologie des Tieres und Physiologie des Klienten
  • Arbeit mit dem Tier, Pflege und Auswahl für Tiergestützte Interventionen
  • Juristische und ethische Kenntnisse bezüglich der artgerechten Tierhaltung

 

  • Modul 2: Methodik der Tiergestützten Interventionen und Anwendungsbereiche

Die Absolvent(inn)en entwickeln die Fähigkeiten, um mit dem Tier als Medium im therapeutischen/pädagogischen Kontext zusammenzuarbeiten und diese Kooperation situativ den verschiedenen Erlebens-/Verhaltensmustern und/oder Krankheitsbildern von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anzupassen.

Sie verstehen bindungstheoretische Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung und entwickeln Fähigkeiten und Wissen, um die Beziehung zwischen Tier, Klient/in und sich selbst zu leiten und zu reflektieren.

 

Inhalte:

  • Modelle Tiergestützter Interventionen: Ziele, Indikation und Kontraindikation, Arbeitsweise
  • Aufbau, Gestaltung und Reflexion der unterstützenden / pädagogischen / therapeutischen Beziehung und Allianz in der Triade Tier – Klient/in – Therapeut/in
  • Rechtliche Grundlagen und interprofessionelle Zusammenarbeit
  • Bedeutung, Wahl und Konstruktion eines Rahmens für Tiergestützte Interventionen

 

  • Modul 3: Aufbau der Tiergestützten Interventionen in der Praxis

Der Zweck dieses Moduls ist die praktische Ausbildung. Die Absolvent(inn)en entwickeln Fähigkeiten und persönlichkeitsbezogene Einstellungen, welche einen ethischen und sicheren Umgang mit allen Beteiligten garantieren. Diese Fähigkeiten und Einstellungen ermöglichen die Entwicklung vertrauensvoller Beziehung zwischen Patient/in / Klient/in, Tier und Therapeut/in innerhalb des therapeutischen und institutionellen Kontextes. Sie entwickeln praktische Fähigkeiten in den Bereichen Projektmanagement, Zusammenarbeit mit Partnern, Organisation und Management, um Tiergestützte Interventionen effizient in der Praxis anwenden zu können.

 

Inhalte:

  1. Praktika: Hospitation und Praktika werden von den Studierenden selbstständig organisiert.
  • 60 Stunden Hospitation, um Abläufe Tiergestützter Interventionen in verschiedenen Betrieben / Institutionen zu beobachten.
  • 20 Stunden Praktikum in einem Betrieb / einer Institution mit aktiver Teilnahme an Tiergestützten Interventionen.

 

  1. Kurse und Seminare
  • Supervision und Mentoring in Gruppen: im 2. Jahr (Praxisanalysen und Vorbereitung der Diplomarbeit)
  • Im Rahmen des Mentoring: Seminar für die Entwicklung der Praxis in Form der Präsentationen von Praktikumsberichten sowie Literatur- und Diplomarbeiten (zwei Tage).

 

 

  • Modul 4: Aufbau von Wissen in Tiergestützten Interventionen

Förderung der Fähigkeit, praktische Beobachtungen anhand von Theorien und Modellen zu reflektieren und daraus Handlungen abzuleiten und Kompetenzen zu erweitern.

 

Inhalte:

  • Vertiefung verschiedener pädagogischer / psychologischer Ansätze in Bezug auf die Tiergestützten Interventionen
  • Grundlagen der therapeutischen und pädagogischen Beziehung
  • Entwicklungspsychologie und Psychopathologie inkl. Psychotraumatologie, Alterssegmente, Behinderungen, Straftäter
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit, Netzwerke und Prozesse
  • Ethische Fragestellungen
  • Kommunikation und Marketing für Tiergestützte Interventionen

 

 

  • Modul 5: Aufbau einer Forschungshaltung in Tiergestützten Interventionen

Die Absolvent(inn)en lernen ihre praktischen Beobachtungen und Erfahrungen anhand von Theorien und Modellen zu reflektieren und daraus Handlungen abzuleiten und damit ihre Kompetenzen laufend zu erweitern.

Inhalte:

  1. Begleitung der Studierenden in der Entwicklung ihrer Berufsrolle
  2. Zertifikatsarbeit

Organisation

Zum Studium zugelassen sind Personen mit

  • Grundausbildung im Bereich Gesundheit, Soziales, Pädagogik, Medizin, Psychologie oder Theologie einer Fachhochschule/Universität mit einem Bachelor-Abschluss oder äquivalenter Aus- und Weiterbildung;
  • mindestens 2 Jahren Berufserfahrung im erlernten Beruf;
  • Erfahrung in der Haltung und Arbeit mit Haus- und/oder Nutztieren, welche typischerweise in Tiergestützten Interventionen eingesetzt werden können.

Eine begrenzte Anzahl von Fachpersonen, die nicht über das geforderte Profil verfügen, kann «sur dossier» aufgenommen werden.

Die Kurstage finden entweder in Zürich oder Freiburg statt, einzelne Kurstage bei Anbietern von Tiergestützten Interventionen in der Deutschschweiz.

Anmeldeformular

Anmeldeschluss: 6. Juli 2021

CAS HES-SO Tiergestützte Interventionen: CHF 9’200.-

Anmeldegebühr : CHF 200.-

  • Annullierungen sind schriftlich dem Sekretariat Weiterbildung der HEdS-FR in Freiburg mitzuteilen.
  • Bei Annullierung der Anmeldung bleibt die Anmeldegebühr geschuldet.
  • Im Fall einer Annullierung nach der Zulassungsbestätigung bis zwei Wochen vor Kursbeginn werden 50% der Weiterbildungskosten in Rechnung gestellt.
  • Im Fall einer Annullierung weniger als 14 Tage vor Kursbeginn oder bei Abbruch des Studiengangs wird der Gesamtbetrag der Kurskosten in Rechnung gestellt.